Micron Document
<!DOCTYPE html>
<html class="client-nojs vector-feature-language-in-header-enabled vector-feature-language-in-main-page-header-disabled vector-feature-page-tools-pinned-disabled vector-feature-toc-pinned-clientpref-0 vector-toc-not-available vector-feature-main-menu-pinned-disabled vector-feature-limited-width-clientpref-1 vector-feature-limited-width-content-enabled vector-feature-custom-font-size-clientpref-1 vector-feature-appearance-pinned-clientpref-0 skin-theme-clientpref-day vector-sticky-header-enabled" lang="de" dir="ltr"><head>
<meta charset="UTF-8">
<title>Dispergator</title>
<meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1.0">
<link rel="icon" type="image/png" href="./_res_/favicon.png">
<link rel="canonical" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dispergator"> <link href="./_mw_/ext.cite.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.wikimediamessages.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.icons.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.search.codex.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<meta name="ResourceLoaderDynamicStyles" content="">
<link href="./_mw_/ext.gadget.citeRef.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.defaultPlainlinks.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonHide.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonLayout.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonStyle.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiDarkmode.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiResponsive.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.specialSearch.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/site.styles.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/noscript.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/footer.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/vector-2022.css">
</head>
<body class="skin--responsive skin-vector skin-vector-search-vue mediawiki ltr sitedir-ltr mw-hide-empty-elt ns-0 ns-subject page-Dispergator rootpage-Dispergator skin-vector-2022 action-view">
<div class="mw-page-container">
<div class="mw-page-container-inner">
<div class="mw-content-container">
<main id="content" class="mw-body">
<header class="mw-body-header vector-page-titlebar">
<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Dispergator</span></h1>
</header>
<a id="top"></a>
<div id="bodyContent" class="vector-body ve-init-mw-desktopArticleTarget-targetContainer" aria-labelledby="firstHeading" data-mw-ve-target-container="">
<div id="contentSub">
<div id="mw-content-subtitle"></div>
</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p><b>Dispergatoren</b> sind Stoffgemische, die zur Beschleunigung oder auch Ermöglichung der <a href="Dispersion_(Chemie)" title="Dispersion (Chemie)">Dispergierung</a> von <a href="%C3%96lverschmutzung" title="Ölverschmutzung">Ölverschmutzungen</a> in Wasser eingesetzt werden. Damit wird das Öl von der Wasseroberfläche entfernt, bei richtigem Einsatz in relativ niedriger Konzentration fein in der Wassersäule verteilt und so für <a href="Hydrocarbonoklastische_Bakterien" title="Hydrocarbonoklastische Bakterien">ölabbauende Mikroorganismen</a> verfügbar gemacht.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Zusammensetzung">Zusammensetzung</h2></div>
<p>Dispergatoren bestehen aus
</p>
<ul><li>einem oder mehreren <a href="Tenside" class="mw-redirect" title="Tenside">Tensiden</a>, die als <a href="Emulgator" title="Emulgator">Emulgatoren</a> wirken,</li>
<li>einem <a href="L%C3%B6sungsmittel" title="Lösungsmittel">Lösemittel</a> und</li>
<li><a href="Stabilisator_(Chemie)" title="Stabilisator (Chemie)">Stabilisatoren</a>.</li></ul>
<p>In der Regel enthalten Dispergatoren heute mindestens zwei Tenside mit unterschiedlichen <a href="HLB-Wert" title="HLB-Wert">HLB-Werten</a>. Das Lösemittel besteht entweder aus <a href="Kohlenwasserstoffe" title="Kohlenwasserstoffe">Kohlenwasserstoffen</a> oder ist auf Wasserbasis aufgebaut und enthält dann in der Regel außerdem <a href="Alkohole" title="Alkohole">Alkohole</a>, <a href="Glycole" title="Glycole">Glycole</a> oder <a href="Glycolether" title="Glycolether">Glycolether</a>. Das Lösemittel ermöglicht die Handhabbarkeit (weiteres Verdünnen, Versprühen) und hat großen Einfluss auf die Schnelligkeit und Vollständigkeit des Transports der Tenside in die Ölphase. Es hat meist den entscheidenden Anteil an der <a href="%C3%96kotoxizit%C3%A4t" class="mw-redirect" title="Ökotoxizität">Ökotoxizität</a> eines Dispergators. Stabilisatoren sind notwendig, um die Dispergatoren lange lagerfähig zu halten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einsatz_und_Wirkungsweise">Einsatz und Wirkungsweise</h2></div>
<p>Dispergatoren wie <a href="Corexit" title="Corexit">Corexit</a> werden direkt auf das Öl ausgebracht, eine Dosierung entsprechend der Filmdicke ist sinnvoll. Einsatzmittel zur Ausbringung sind je nach Umfang der Verschmutzung und Lage des Einsatzortes Flugzeuge, Schiffe oder Hubschrauber mit Sprühvorrichtungen oder Handsprühgeräte. Ausbreitung und Dicke von Ölverschmutzungen auf See werden mit speziell ausgerüsteten Überwachungsflugzeugen erfasst. Bei der <a href="Havarie" title="Havarie">Havarie</a> der Bohrinsel <a href="Deepwater_Horizon" title="Deepwater Horizon">Deepwater Horizon</a> wurde 2010 erstmals ein Dispergator an einem Ölaustritt unter Wasser zum Einsatz gebracht.
</p><p>Zur eigentlichen Dispergierung ist zusätzlich mechanische Energie erforderlich. Auf See wird diese von der <a href="Wellenenergie_(Meereswellen)" title="Wellenenergie (Meereswellen)">Wellenenergie</a> aufgebracht, so dass zum sinnvollen Einsatz ein Mindestseegang erforderlich ist. Von Schiffen aus können jedoch in beschränktem Umfang auch Scherbretter zum Einsatz kommen. Bei hohem Seegang ist der Einsatz ebenfalls nicht mehr sinnvoll, da hier die natürliche Dispergierung ausreichend schnell abläuft. Weitere Einsatzgrenzen sind Wassertiefe und -austausch. Niedrige Wassertiefen führen zunächst zu höheren Öl- und Dispergatorkonzentrationen, so dass eine höhere <a href="Toxisch" class="mw-redirect" title="Toxisch">toxische</a> Wirkung auftritt. Wo kein ausreichender Wasseraustausch stattfindet, kann durch den stark sauerstoffzehrenden Ölabbau der gesamte Sauerstoff im Wasser verbraucht werden. Diese Faktoren sind in Europa bei den Planungen für Ölbekämpfungsmaßnahmen berücksichtigt, dennoch ist im Katastrophenfall immer eine weitere Abschätzung der Umstände des Einzelfalles erforderlich, bei der in der Regel unterschiedliche Folgen abzuwägen sind.
</p><p>Durch Dispergatoren kann örtlich und zeitlich begrenzt eine erhöhte Konzentration von <a href="Polyzyklische_aromatische_Kohlenwasserstoffe" class="mw-redirect" title="Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe">PAKs</a> auftreten, die dann vermehrt von einigen Fischarten aufgenommen werden und sich in diesen anreichern.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Der erste dokumentierte Einsatz von praktisch noch mit Industriereinigern identischen Dispergatoren (ca. 70 Tonnen) erfolgte 1966 bei der Havarie der <a href="Anne_Mildred_Br%C3%B8vig" title="Anne Mildred Brøvig">Anne Mildred Brøvig</a> durch das Wasser- und Schifffahrtsamt Cuxhaven. Erst- und letztmals in größerem Umfang verwendet wurden diese so genannten Dispergatoren der ersten Generation bei der Havarie der <a href="Torrey_Canyon" title="Torrey Canyon">Torrey Canyon</a> 1967 vor Cornwall mit freigesetzten 117.000 Tonnen <a href="Erd%C3%B6l" title="Erdöl">Rohöl</a>. Von 14.000 Tonnen Reiniger wurden allein 10.000 Tonnen gegen ca. 14.000 Tonnen gestrandetes Öl eingesetzt. Dieser Einsatz sehr toxischer Mittel führte zu umfangreichen <a href="Vergiftung" title="Vergiftung">Vergiftungen</a> von Meereslebewesen. Die Schäden durch den Einsatz waren größer als sie durch das Öl gewesen wären. Dies führte in den 1970er Jahren zur Entwicklung der zweiten Generation von Dispergatoren mit dem tatsächlich spezifischen Zweck der Ölbekämpfung, die sich durch eine stark reduzierte Toxizität auszeichnete. Das Verhältnis zum Öl bei der Anwendung betrug aber immer noch 1:2 bis 1:3. Die von Ende der 1970er bis Anfang der 1990er Jahre entwickelten Dispergatoren der dritten Generation ermöglichen mit Anwendungsverhältnissen von 1:20 bis 1:30 wesentlich längere Einsatzdauern eingesetzter Seefahrzeuge und schließlich auch den wegen der großen Flächenleistung besonders wirkungsvollen Einsatz von Flugzeugen. Auf Seeschiffen wurden dazu wasserverdünnbare Mittel zunächst im Verhältnis 1:10 mit Seewasser versetzt und dann im üblichen Verhältnis ausgebracht. Von Flugzeugen werden im unverdünnten Zustand <a href="Viskosit%C3%A4t" title="Viskosität">hochviskose</a> Mittel mit eigens entwickelten Sprüheinrichtungen ausgebracht. Als erfolgreiches Beispiel des Einsatzes von Dispergatoren gilt die Havarie der <a href="Sea_Empress" title="Sea Empress">Sea Empress</a> 1996 an der walisischen Küste, wo mit 446 Tonnen Dispergator die Menge des dispergierten Rohöls gegenüber ausschließlich natürlicher Dispergierung ungefähr verdreifacht werden konnte, so dass von den freigesetzten 72.000 Tonnen nur ca. 4000 strandeten (ca. 40&nbsp;% der Gesamtmenge verdunsteten, 1500&nbsp;t wurden auf See aufgenommen).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Klassifizierung_und_Zulassung">Klassifizierung und Zulassung</h2></div>
<p>Dispergatoren der zweiten Generation kommen als Typ 1 immer noch zum Einsatz. Typ 2 bezeichnet verdünnt und Typ 3 unverdünnt angewandte Dispergatoren der dritten Generation. Die meisten Produkte können heute wahlweise als Typ 2 oder Typ 3 eingesetzt werden. Dispergatoren bedürfen zum Einsatz in den meisten Staaten einer behördlichen Zulassung. In Europa wird hierzu gefordert, dass ihre Toxizität nicht die der zu bekämpfenden Verschmutzung überschreiten darf. Die Toxizität der Verschmutzung darf sich durch Mischung mit dem Dispergator außerdem nicht signifikant erhöhen. Außerdem ist die Wirksamkeit nachzuweisen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li>European Maritime Safety Agency: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.emsa.europa.eu/opr-documents/download/1166/719/23.html"><i>Manual on the Applicability of Oil Spill Dispersants</i></a> – Leitfaden zur Anwendung von Dispergatoren (PDF; 1,8&nbsp;MB, englisch)</li>
<li><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


.mw-parser-output .webarchiv-memento a{color:inherit}


/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20070722201845/http://www.bonnagreement.org/eng/doc/Chapter23%20-%20Dispersants.pdf">Einsatzgrundsätze für Dispergatoren der Vertragsparteien des Bonn-Übereinkommens</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 22. Juli 2007 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) (PDF; 56&nbsp;kB)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Zhengkai Li, Kenneth Lee, Thomas King, Michel C. Boufadel, Albert D. Venosa: <cite style="font-style:italic">Assessment of chemical dispersant effectiveness in a wave tank under regular non-breaking and breaking wave conditions</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Marine Pollution Bulletin</cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>56</span>, <span style="white-space:nowrap">Nr.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>5</span>, 2008, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>903–912</span>, <a href="Digital_Object_Identifier" title="Digital Object Identifier">doi</a>:<span class="uri-handle" style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://doi.org/10.1016/j.marpolbul.2008.01.031">10.1016/j.marpolbul.2008.01.031</a></span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Dispergator&amp;rft.atitle=Assessment+of+chemical+dispersant+effectiveness+in+a+wave+tank+under+regular+non-breaking+and+breaking+wave+conditions&amp;rft.au=Zhengkai+Li%2C+Kenneth+Lee%2C+Thomas+King%2C+...&amp;rft.date=2008&amp;rft.doi=10.1016%2Fj.marpolbul.2008.01.031&amp;rft.genre=journal&amp;rft.issue=5&amp;rft.jtitle=Marine+Pollution+Bulletin&amp;rft.pages=903-912&amp;rft.volume=56" style="display:none">&nbsp;</span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Eintrag zu <a rel="nofollow" class="external text" href="https://roempp.thieme.de/lexicon/RD-04-02064"><i>Dispergiermittel</i></a>. In: <i><a href="R%C3%B6mpp_Online" class="mw-redirect" title="Römpp Online">Römpp Online</a>.</i> Georg Thieme Verlag, abgerufen am 6.&nbsp;Juli 2017.<span class="editoronly" style="display:none;"></span></span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2023-04-09" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Dispergator&amp;oldid=232633302">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
</div>
</div><!--/htdig_noindex--></div>
</div>
</main>
</div>
</div>
</div>
<script src="./_webp_/webpHandler.js"></script>

</body></html>